Reis Reise
Eine Reise in die wichtigste Reiskammer dieser Erde.
Ankunft in Singapur: Happy New Year - am 29. Januar 2006.
Offiziell gilt auch in diesem Stadtstaat der Weltstandard. Das Kalenderjahr beginnt jeweils am 1.1., aber in diesem Jahr zeigt der traditionelle chinesische Mondkalender, dass das Fest der Wintersonnenwende TET vier Wochen spaeter gefeiert werden muss. 2006 ist das Jahr des Hundes, sagen die Chinesen.
Warum ist das wichtig fuer den Reisenden, der ueber Singapur fliegt? Weil die Fluggesellschaft einen ausgezeichneten Service zu niedrigen Preisen bietet, weil die Airline mit einem Stop-Over-Angebot fuer preiswertes Shopping lockt. Und weil hier die elektronischen Spielzeuge der Neuzeit schon verkauft werden, waehrend bei uns in Deutschland die staatlichen Stellen noch pruefen, ob auch die Industrie Norm (DIN) erfuellt ist.
Und was mache ich in Singapur? Der Shuttle-Bus bringt mich zum Hotel direkt im Zentrum. Die Geschaefte sind geschlossen, so wie an einem deutschen Neujahrstag. Shopping faellt also aus. Ein Glueck, das spart viel Geld, aber vor allem bleibt Zeit, sich in der Stadt umzuschauen und das TET-Fest mitzufeiern. Das sprichwoertliche chinesische Feuerwerk ist wirklich ein echter Kracher.
Nach 20 Stunden Aufenthalt, was bleibt?
Eine faszinierende Erfahrung!
Die Stadt am Aequatour uebertrifft meine Vorurteile vom real existierenden Neo-Kapitalismus. Ich erfahre in dieser kurzen Zeit das Nebeneinander traditioneller Kulturen, geklammert durch den britischen Kolionalismus, ueberwacht durch eine moderne Ordnungsmacht.
Reich, reicher, Singapur.
Keiner nimmt mich ans Haendchen und zeigt mir auf meinem kurzen Ausflug die Schokoladenseiten. Ich bin voellig frei in meinen Entscheidungen. Gehe wohin ich will, wann ich will. Alles ist perfekt, alles funktioniert, das Auge sucht nach Schmuddelecken. Ich finde sie nicht. Keine Grafitti in den Fussgaenger-Tunneln. Keine Kippen auf dem Buergersteig, natuerlich auch keine ausgespuckten Kaugummireste (diese Schlagzeilen kennen wir). Gepflegter Rasen und ueppige Alleen, die Strassen und Autobahnen sind offensichtlich der Verwaltung des Gruenflaechenamtes unterstellt. Keine aggressive Werbung verstellt den Blick auf das Panorama am Fluss. Keine Bettler auf der Promenade. Alles ist clean.
Ich gebe zu, dass ich das angenehm finde. Selbst in der Dunkelheit habe ich keine Angst vor unfreundlichen Begegnungen.
Es gibt ueberall Verbotsschilder, mit Strafandrohungen. Diese sind unauffaellig montiert, so wie die Ueberwachungskameras und Radarblitzer.
An jeder Ecke wird gefegt, geputzt, gereinigt. Selbst an diesem Neujahrstag, an dem die Bewohner in den Parks und Gaststaetten ausgelassen feiern. Ein bisschen wie der Ausnahmezustand beim Koelner Karneval, aber - ohne Muell. (Wie schon gesagt, ich finde das angenehm).
In einer besinnlichen Minute beim Mittagesssen im beruehmten Raffles kommt es mir in den Sinn: Der Zwang zur Sauberkeit scheint fuer mich eine staatlich verordnete Obsession zu sein.
Oder haben wir uns in Deutschland bereits an jede Art und Form von Verschmutzung gewoehnt?
Auf der Rueckfahrt zum Flughafen faellt mir das Schild im Bus auf, mit dem der Besucher schon bei der Hinfahrt auf seinen Stadtausflug eingestimmt werden soll. Es zeigt eine lange Liste, was alles verboten ist. Trotzdem: Angenehmer Aufenthalt!
Ach ja, da war ja noch - vor der Landung in Singapur - die Lautsprecheransage auf deutsch: “Die Einfuhr von Waffen und Drogen ist verboten und wird sehr schwer bestraft.” Das Wort Todesstrafe wurde freundlich umschrieben.
Zurueck zum Shopping: Im zollfreien Raum am Flughafen sind die Waren nicht viel billiger als in Deutschland. Rechne ich die dt. Mehrwertsteuer drauf, wird’s sogar teurer als die Schnaeppchen bei Aldi, Lidl und Tchibo, bei Saturn oder im Mediamarkt. Das ist Globalisierung: Gleiche Produke, gleiche Preise. Das Mekka fuer Billigshopper liegt wahrscheinlich wirklich in Arabien.
Singapore Airlines hat gerade eine neue Direkverbindung zwischen Singapur und Dubai eroeffnet.
Achtung: Der deutsche Konsument ist gewohnt, dass er sogenannte Endpreise auf den Preisschildern oder Speisekarten liest. In Singapur kommen dann noch diverse Steuern und Serviceleistugen hinzu. Also Vorsicht! Der Luxus hat seinen Preis.
Die Reise auf der Suche nach den Reiskammern Asiens bald geht weiter.
3 Comments:
Wo geht es demnaechst hin? Oder bist du schon am neuen Ort?
aja_1
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Und wie gehts wann weiter?
Grüße aus Köln
*FG* alias TIX
http://tixweekly.blogspot.com/
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